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Schnürtechniken Schnürsenkel richtig binden

Techniken zum Schnürsenkel Binden: modische Vielfalt und Entlastung der Füße

Ob SandalenPumpsSlipper oder Sneaker – die Auswahl der Schuhwelt ist mit einer Vielzahl unterschiedlicher Modelle reichlich. Im Bereich der Schnürschuhe reichen die Möglichkeiten sogar noch weiter – beispielsweise durch die Individualisierung Ihres Lieblingspaares mit abwechslungsreichen Schnürsenkeln oder Bindetechniken. So erfinden Sie Ihre Schnürer immer wieder neu oder kreieren schöne Kombinationen zur Tasche oder den übrigen Accessoires eines Outfits.

Neben den modischen Aspekten können verschiedene Arten, die Schuhbänder einzufädeln, auch bei weiteren Gelegenheiten von Vorteil sein. Bei sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Radfahren oder Wandern sind Stabilität und Sicherheit im und um den Schuh von besonderer Bedeutung. Was können Sie beispielsweise tun, wenn die Schnürsenkel immer wieder aufgehen? Kleine Tipps oder eine andere Bindetechnik können häufig bereits Abhilfe schaffen. Und auch, um schmerzenden Zehen und Füßen entgegenzuwirken, kann eine andere Schnürtechnik für Ihre Schuhe die Bequemlichkeit deutlich steigern.

Denn wer gut geht, dem geht’s gut.

Welche Schnürsenkel gibt es?

Schnürsenkel wählen Sie aus einem breiten Sortiment vieler unterschiedlicher Farben und verschiedener Materialien:

  • Klassisches Schwarz oder Weiß sowie bunte oder mehrfarbige Exemplare, beispielsweise mit Metallic-Garn, die sich auffällig vom Schuh abheben
  • Leder, Textil oder satinartige Stoffe für besonders elegante Schleifen
  • Flache, breite Bänder oder runde Schnürsenkel

Mit dieser Auswahl tauschen Sie die Bänder Ihrer Sneaker beliebig aus – und stimmen sie ganz auf Ihre Schuhe und Ihren individuellen Stil ab. Ihre Schnürsenkel sind zu lang? Die benötigte Länge richtet sich nach Ihrer Schuhgröße und der Anzahl der Ösen am Schuh. Am einfachsten ermitteln Sie diese anhand der Ösenanzahl eines Schuhs und multiplizieren sie mit 10. Daraus ergibt sich die passende Länge Ihrer Schnürsenkel in Zentimeter.

Orientierungshilfe bietet auch folgende Übersicht:

  • 5 Paar / 10 Ösen: ca. 95 * 105 cm
  • 6 Paar / 12 Ösen: ca. 115 – 125 cm
  • 7 Paar / 14 Ösen: ca. 135 – 145 cm
  • 8 Paar / 16 Ösen: 150 – 160 cm
  • 9 Paar / 18 Ösen: 180 cm
  • 10 Paar / 20 Ösen: 200 – 220 cm

Abweichungen können durch unterschiedliche Abstände der Ösen zueinander bei verschiedenen Schuhpaaren vorkommen. Am besten messen Sie die Länge der alten Schnürsenkel aus, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Welche Arten gibt es, Schnürsenkel modisch einzufädeln?

Sobald Sie das passende Band für Ihre Sneaker gefunden haben, erwartet Sie eine große Auswahl unterschiedlicher Schnürtechniken für Ihre Schnürsenkel. Bei den folgenden Anleitungen gilt: „von außen nach innen schnüren“ heißt, den Schnürsenkel von „oben“ nach „unten“ durch die Öse zu fädeln, während Sie das Band bei der Beschreibung von „innen nach außen führen“ von „unten“ nach oben durch das Loch schnüren.

Die klassische Kreuzschnürung

Was ist die einfachste Art, Schuhe zu binden? Mit der klassischen Schnürtechnik oder auch Kreuzschnürung ist es ganz unkompliziert. In den meisten Fällen werden Schnürschuhe in diesem Stil verkauft. Die Vorteile? Diese Variante passt zu jedem Anlass und lässt sich einfach schnüren sowie auch wieder öffnen, falls Sie einmal in Eile sind. So binden Sie die Schnürsenkel richtig:

  1. Fädeln Sie die Bänder mittig, von außen nach innen, durch die unteren beiden Ösen.
  2. Überkreuzen Sie nun die Bänder und fädeln Sie sie wiederum von außen nach innen durch das nächste Ösenpaar.
  3. Dieses Vorgehen wiederholen Sie nun, bis Sie oben angekommen sind. Achten Sie bei Bedarf darauf, dass entweder immer die linke oder rechte Seite des Senkels oben aufliegt, oder wechseln Sie die Seiten bewusst ab, um ein harmonisches Gesamtbild zu kreieren.
  4. Schnüren Sie die Sneaker mit einer klassischen Schleife zu.

Sie möchten Ihre Schnürsenkel modisch binden und damit für Abwechslung sorgen?

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Die Parallelschnürung

Die Parallelschnürung oder auch gerade Schnürung macht ebenfalls eine gute Figur – und ist im Alltag genauso passend wie im Büro oder zu formalen Anlässen für Herrenschuhe. Jedoch bietet sie im direkten Vergleich zur Kreuzschnürung etwas weniger Halt. Sie funktioniert folgendermaßen:

  1. Fädeln Sie die Schnürsenkel an den untersten Löchern von außen nach innen ein.
  2. Auf der linken Seite lassen Sie nun die nächste Öse aus und ziehen das Band durch die dritte Öse von innen nach außen und auf derselben Ebene von außen nach innen.
  3. Auf der linken Seite führen Sie den Schnürsenkel von innen nach außen durch das zweite Loch und fädeln es waagerecht auf der linken Seite wieder von außen nach innen durch die Öse. Von hier aus taucht das Band nun – auf derselben Seite – aus der übernächsten Öse wieder auf.
  4. Verfahren Sie nach diesem Muster, bis Sie oben beim letzten Loch angekommen sind, und binden Sie die Schuhe mit einer Schleife zu.

Die Schnürung mit Schleife in der Mitte

Die Mittelschleife verhilft Ihnen zu einem besonders eleganten und femininen Auftreten. Beachten Sie jedoch, dass dieser Look nur bei Schuhen mit einer ungeraden Anzahl an Ösen funktioniert:

  1. Führen Sie zunächst die beiden Enden des Schnürsenkels jeweils von außen durch die beiden untersten Ösen und fädeln Sie sie bis zur Mitte durch – achten Sie darauf, dass die beiden Seiten des Bandes genau gleich lang sind.
  2. Nun fädeln Sie – wie bei der Kreuzschnürung – das linke Ende auf der gegenüberliegenden Seite von außen nach innen durch die zweite Öse sowie das rechte Ende durch die zweite Öse auf der linken Seite.
  3. Von hier aus geht es mit beiden Senkelenden auf der jeweils selben Seite weiter: Überspringen Sie das dritte Loch und führen Sie das Band gerade nach oben von innen nach außen durch die vierte Öse.
  4. Nun überkreuzen Sie die Schnürsenkel wieder und fädeln sie von außen nach innen durch das darüberliegende, letzte Loch (bei einem Schuh mit fünf Ösen).
  5. Jetzt die beiden Enden ein letztes Mal kreuzen und jeweils diagonal nach unten durch das mittige, dritte Ösenpaar ziehen und mit einer Schleife schließen.

Die Zirbelschnürung

Diese Technik kommt etwas verspielter daher und eignet sich gut, um aus Ihren liebsten Freizeitsneakern einen modischen Hingucker zu machen. Um Ihre Schuhbänder in diesem Look zu binden, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Führen Sie die beiden Enden des Schnürsenkels jeweils an den untersten Ösen von innen nach außen.
  2. Als nächstes verdrehen Sie die Bänder ineinander und führen sie zur jeweils selben Seite wieder zurück und von innen nach außen durch das zweite Ösenpaar.
  3. So führen Sie das Schnürmuster bis zum obersten Ösenpaar über der Lasche fort.

Die Gitterschnürung

Die Gitterschnürung ist ebenfalls eine extravagante Art, die Schuhe zu binden. Am besten funktioniert der Look bei Schnürschuhen mit sechs Ösenpaaren:

  1. Zunächst fädeln Sie die beiden Enden des Schnürsenkels von innen nach außen durch die untersten beiden Löcher.
  2. Nun überkreuzen Sie sie und führen sie jeweils diagonal von außen nach innen durch das vierte Ösenpaar.
  3. Von hier aus geht es jeweils von innen nach außen in das darüberliegende Loch – erst jetzt kreuzen Sie die Schnüre wieder und fädeln sie von außen nach innen diagonal in das zweite Ösenpaar von unten (von der Schuhspitze aus betrachtet).
  4. Jetzt wieder beide Enden von innen nach außen gerade in das Loch darüber schnüren und sie von hier aus noch einmal diagonal von innen nach außen durch das oberste Ösenpaar führen.

Welche Sneaker-Schnürtechniken bieten mehr Bequemlichkeit und Entlastung bei Schmerzen?

Neben modischen Varianten gibt es auch einige Schnürtechniken für die Schuhe, die Ihnen helfen können, schmerzende Füße und Zehen zu entlasten.

Die Schnürung zur Entlastung des Fußrückens

Gerade im Sommer, bei Schwellungen oder aufgescheuerter Haut kann es angenehm sein, den Fußrücken durch eine entsprechende Schnürtechnik zu schonen. So kann der Druck, den es braucht, um Ihnen in Ihren Schuhen Halt zu gewähren, auf andere Stellen verteilt werden und Ihr Fuß entlastet werden. Dazu lassen Sie in der Mitte des Schuhs einfach ein bis zwei Löcher aus – je nachdem, wie viele Ösenpaare Ihr Schuh insgesamt aufweist.

  1. Starten Sie, indem Sie die beiden Enden des Bandes mittig von außen nach innen durch die erste Öse fädeln.
  2. Nun überkreuzen Sie den Schnürsenkel und führen das Band von außen nach innen durch das zweite Ösenpaar.
  3. Als nächstes führen Sie die beiden Enden gerade nach oben, überspringen ein Loch (bei insgesamt fünf Ösenpaaren) oder zwei Löcher (bei insgesamt sechs Ösenpaaren) und führen sie von innen nach außen durch die vorletzten Löcher von oben. Der mittige Bereich der Lasche ist nun freigeblieben, sodass die Schnürung hier nicht auf den Fußrücken drückt.
  4. Jetzt überkreuzen Sie die Bänder noch einmal und fädeln sie von innen nach außen durch das letzte Ösenpaar.

Diagonale Schnürung, um den Vorfuß* und Zehenbereich zu entlasten

Weisen Ihre Füße eine Fußfehlstellung am Vorfuß auf, wie beispielsweise den Hallux valgus, schmerzenden Zehnägel oder Hühneraugen, verspüren Sie vielleicht das Bedürfnis, den Zehenbereich zu entlasten. Auch das kann mit der passenden Schnürtechnik gelingen:

  1. Im Unterschied zu den anderen Bindearten beginnen Sie damit, den Schnürsenkel von der obersten Öse diagonal nach unten in die gegenüberliegende, unterste Öse zu fädeln.
  2. Von dort aus schnüren Sie das Band im Zick-Zack nach oben. Zunächst geht es von außen nach innen in das zweite unterste Loch und von dort aus ebenfalls von außen nach innen diagonal in die nächste, darüberliegende Öse. Dann auf derselben Höhe wieder zurück auf die andere Seite fädeln, wieder diagonal nach oben und immer so weiter, bis Sie wieder oben angelangt sind.

Diese Schnürtechnik reduziert den Druck, der in Sneakern auf den Vorfuß wirkt, indem sie das Obermaterial im vorderen Bereich des Schuhs anhebt und den Druck stattdessen gleichmäßig auf den Fußrücken verteilt.

Schlaufenschnürung für mehr Halt im Fersenbereich beim Wandern und Joggen

Die folgende Schnürtechnik eignet sich für Lauf- oder Wanderschuhe besonders gut. Sie bietet Ihnen bei sportlichen Aktivitäten noch mehr Stabilität im Fersenbereich:

  1. Binden Sie den Schuh bis zur vorletzten Öse nach Art der Kreuzschnürung. Führen Sie das Band dabei jeweils von innen nach außen durch die Löcher.
  2. An dieser Stelle führen Sie den Schnürsenkel auf der jeweils selben Seite von außen nach innen in das letzte Loch, ziehen ihn jedoch nicht ganz fest.
  3. Kreuzen Sie die Bänder nun übereinander und führen Sie sie auf der gegenüberliegenden Seite durch die entstandenen Schlaufen.
  4. Ziehen Sie den Schnürsenkel nun richtig fest und binden Sie eine Schleife.

Durch diese Schnürung sitzt der Schuh fester am Fuß und bietet Ihnen so beim Laufen und Wandern noch mehr Halt. Ein weiterer Vorteil: Durch den festeren Sitz beugen Sie Scheuern im Schuh vor und vermeiden Blasen.

FAQ: Tipps und Tricks rund um das Schnürsenkel Binden

Entdecken Sie hilfreiche Tipps für das Binden Ihrer Schuhe:

Was tun, wenn Schnürsenkel immer wieder aufgehen?

Das Phänomen, dass sich die Schleife Ihrer Schuhe immer wieder löst, liegt häufig darin begründet, dass die Schnürsenkel zu sehr aneinander reiben und sich dadurch schnell lockern. Dem können Sie entgegenwirken:

  • Mit der Doppelschleife: Binden Sie eine klassische Schleife und verknoten Sie die beiden Schlaufen noch einmal miteinander, um mehr Halt zu erreichen.
  • Wickeln Sie das Band beim Binden der Schleife zweimal um die Schlaufe, um der Schnürung mehr Stabilität zu verleihen.
  • Klemmen Sie die losen Enden sowie die Schlaufen der Schleife in den Schuh hinein – am besten seitlich, damit sie möglichst nicht drücken oder reiben.
  • Vermindern Sie die Reibung der glatten Schnürsenkel, indem Sie sie etwas anrauen – beispielsweise mit Schleifpapier.
  • Probieren Sie eine andere Schnürtechnik aus, die Ihrem Fuß im Schuh mehr Halt verschafft.

Wie bindet man Schnürsenkel ohne Schleife?

Um Ihre Schuhe ohne Schleife zu binden und dennoch genügend Halt zu haben, können Sie sich unserer oben erklärten Schlaufenschnürung bedienen, die für mehr Stabilität im Fersenbereich sorgt. Sie eignet sich in ihrer klassischen Form besonders für sportliche Aktivitäten, im Alltag kann Sie Ihnen jedoch auch ausreichend Halt in Ihren Schnürern ohne Schleife verschaffen.

Binden Sie die Sneaker klassisch nach der Kreuzschnürung bis zum vorletzten Loch von innen nach außen. Von hier aus führen Sie die Bänder gerade in die darüberliegende Öse von außen nach innen, sodass eine Schlaufe entsteht und ziehen sie noch nicht fest. Als nächstes überkreuzen Sie die Bänder, führen sie auf der gegenüberliegenden Seite durch die Schlaufe und ziehen sie nun fest. Das Ende der Schnürsenkel stecken sie nun in die Sneaker – et voila: Fertig ist die Technik „Schuhe ohne Schleife binden“.